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Akademiker in Norwegen - Chancen im Land der Mittsommernacht
Norwegen ist, mit seiner Hauptstadt Oslo, ein hochentwickeltes Industrieland. Die Weiten des Landes sind mit knapp 5 Millionen Menschen eher spärlich besiedelt, enthalten aber wirtschaftlich relevante fossile Brennstoffe. Norwegen nimmt, mit seinem Anteil an Akademikern von ca. 25%, in Europa eine Spitzenstellung ein. Die Akademiker in Norwegen schätzen den in der Regel hohen Lebensstandard und das soziale Sicherheitsnetz.
Norwegen gehört nicht zur Europäischen Union (EU), hat aber dem EWR-Abkommen zugestimmt, das den europäischen Wirtschaftsraum auf Island, Liechtenstein und Norwegen ausdehnt. In zahlreichen Wirtschaftszweigen besteht in Norwegen akuter Mangel an Fachkräften und Akademikern mit einer substanziellen Ausbildung. Als Akademiker bezeichnet man Personen mit einer abgeschlossenen Hochschulausbildung, die einen akademischen Grad führen dürfen. Besonders willkommene Akademiker aus Deutschland sind Ärzte. Diese können festangestellt tätig werden oder die Möglichkeit nutzen, eine eigene Praxis zu eröffnen. Zu weiteren favorisierten deutschen Akademiker in Norwegen zählen Bauingenieure, Architekten und IT-Experten. Um in Norwegen erfolgreich berufstätig sein zu können oder zu studieren, muss der/die Nicht-Norweger/in die norwegische Sprache beherrschen oder sie sich zeitnah aneignen. Um sich gut in das betriebliche Umfeld integrieren zu können, ist es wichtig, norwegische Eigenarten zu kennen. Außerdem ist es ratsam, bevor man sich für eine berufliche Tätigkeit in Norwegen entscheidet, sich den Ort anzusehen, an dem man im Einsatz sein wird. Was der eine als wohltuendes Entkommen aus der Hektik dicht besiedelter Räume empfindet, kann der andere als zu einsam ansehen.
Die deutsch-norwegischen Beziehungen sind bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt entstanden. Entscheidend für ihre Intensivierung war die Hanse-Zeit, mit ihren wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Verpflechtungen. Dieses „Erbe“ wird weiterentwickelt in der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft, die im Jahr 1988 gegründet wurde. Ihr Mitgliederkreis besteht aus Akademikern, Künstlern und Politikern. Ihr Ziel ist es, das Verständnis zwischen Deutschland und Norwegen weiter auszubauen, als europäische Option im heutigen und zukünftigen Globalisierungsumfeld. Ein wichtiger Kontaktpartner ist die Deutsch-Norwegische Handelskammer.
Die Norwegisch-deutsche akademische Zusammenarbeit wird über die Hendrik-Steffens-Professur erleichtert, die eine Gastprofessur norwegischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Universitäten ermöglicht. Noch ist die Mobilität der europäischen Studierenden, in einem anderen europäischen Land zu studieren, mit 2,3% (Jahr 2000) noch relativ gering. Das norwegische Hochschulsystem besteht aus einer universitären Komponente mit ca. 90.000 Studierenden und einem nicht-universitären Anteil mit ca. 120.000 Hochschülern an den 25 staatlichen und den 20 privaten Hochschulen. Die älteste und größte der sechs norwegischen Universiäten, wurde im Jahr 1837 in Oslo gegründet und qualifiziert ca. 30.000 Studierende. Daneben stehen den Akademikern in Norwegen noch zahlreiche Universitätsinstitute mit verschiedener Spezialisierung sowie zwei Kunstakademien zur Verfügung. Akademiker in Norwegen können auch an drei der Hochschulen, die das Promotionsrecht besitzen, promovieren. Als Akademiker in Norwegen ist es mit und ohne Doktortitel üblich, den Bewerbungen, anders als in Deutschland, ein bis zwei Referenzschreiben beizufügen.