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Akademiker in Frankreich
Das Verständnis der Bezeichnung Akademiker geht im üblichen Sprachgebrauch auseinander. In Frankreich gilt nicht automatisch jeder Mensch, der im Besitz eines Hochschulabschlusses ist, als Akademiker, sondern es werden in bestimmten Kreisen in erster Linie diejenigen als solche bezeichnet, die Träger der Ehrenwürde einer wissenschaftlichen Akademie sind. Die geistige Elite Frankreichs steht in der langen Tradition der Académie Francaise, einer 1635 gegründeten Gelehrtengesellschaft mit Sitz in Paris, die sich um die Erhaltung, Verteidigung, Verbreitung und Vereinheitlichung der französischen Sprache bemüht gemacht hat. Ihre 40 Mitglieder, die sogenannten "Unsterblichen" (immortels) sind demnach die Akademiker Frankreichs im ursprünglichsten Sinne. Letztlich ist die Académie Francaise eine von fünf Akademien, welche die Grundpfeiler des Institut de France, gegründet 1795, bilden. Jenes Institut versteht sich seither als geisteswissenschaftliches Zentrum in einem ohnehin zentralistisch ausgerichteten Staat, und ist in fünf verschiedene Zweige beziehungsweise Klassen untergliedert.
Somit gewinnt der Titel des Akademikers in Frankreich aufgrund seiner vielschichtigen Historizität. eine weitere Bedeutungsnuance.
Frankreich kann sich einer international anerkannten Hochschullandschaft rühmen, seine Universitäten und Hochschulen gehören mit zu den Besten unter den Universitäten Europas und erfahren nach wie vor großen Zulauf. Bei dem Hochschulsystem in Frankreich handelt es sich um ein elitäres, die Aufnahmekriterien sind anspruchsvoll. Das Ranking bzw. der Platz auf der offiziellen Rankingliste und der ausgezeichnete Name der Universität mag unter Umständen schlussendlich für seine zukünftige Karriere und berufliche Perspektive ausschlaggebender sein als die eigentliche Abschlussnote des Hochschulabgängers.
Allgemein ist die Situation der französischen Hochschulabsolventen prekär: gerade mit dem Abschluss eines geistes- oder kulturwissenschaftlichen Studiums sollte man sich im Wettbewerb nicht allzu viel versprechen. Das Klima in der Arbeitswelt ist auch im "Hexagone" rau, oftmals gestalten sich die Stellensuche und die berufliche Orientierung schwierig, selbst wenn es sich bei dem Betreffenden um hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler mit enormem Potential handelt. Nichtsdestotrotz ist die Arbeitslosenquote unter Akademikern, vergleicht man sie mit der Lage anderer Berufsgruppen, im gemäßigten Bereich. Auch wer an einer französischen EliteUni studiert hat kann einen Versicherungen Vergleich gut gebrauchen.
Lässt man die Tatsache außen vor, dass der Besuch einer Eliteuniversität wesentlich zu verbesserten Chancen auf dem Arbeitsmarkt führen kann, so gilt doch nach wie vor der Grundsatz, dass man mit einem Hochschulabschluss generell im Vorteil ist. Fach- und Schlüsselkompetenzen sind hier die Stichwörter für ein Gelingen in der Berufswelt.
Ein Wermutstropfen nur ist der Fakt, dass Zugang zu Bildung nicht jedem ermöglicht wird - was soziale Diskrepanzen nur noch weiter zu Tage fördert, und einer Privilegiengesellschaft das Rückgrat stärkt.